In Halle an der Saale ist einst der König Otto erwartet worden. Die Bürger dieser Stadt bereiteten sich auf dieses große Ereignis besonders vor. Sie schmückten das Tor, durch das der König ziehen sollte. Aufgeregt sammelten sich die Leute an diesem Tor um den König zu begrüßen. Sie hatten sich alle fein angezogen und herausgeputzt. Jeder hatte einige Blumen mitgebracht und hielt diese in den Händen. Der ganze Weg wurde mit Blumen geschmückt. Und weil es zu dieser Zeit viele Rosen gab, waren auf der Straße auch sehr viele Rosen. Das Volk wartete schon ganz gespannt auf den König.
Schon eine ganze weile warteten die Leute auf König Otto, aber er kam nicht. Und dann liefen die Leute alle weg. Viele ließen alles stehen und liegen und rannten weg. Nur noch ein paar wenige warteten an diesem Tor auf König Otto.
Und dann plötzlich, ganz in der Ferne konnte man eine Gestalt erblicken. Die Gestalt kam langsam näher. gespannt warteten die Leute auf den König. Aber was war das. Als die Gestalt näher kam, konnten die Leute einen Müller erkennen. Er trieb seinen Esel vor sich her. Die Leute waren alle so verwundert, dass keiner etwas unternahm. Der Müller kam auf dem Weg daher und ging mit seinem Esel über die Rosen, die eigentlich für König Otto gedacht waren.
Dieses Bild war so komisch, dass die Bewohner von Halle entschlossen dem Müller ein Denkmal zu errichten. Und so entstand der Eselsbrunnen. Ein Esel der auf Rosen geht.
Aber was war mit dem König passiert? Der König reiste von weit her an. Kurz vor der Stadt konnte er plötzlich nicht mehr weiterreisen, weil eine Überschwemmung den Weg versperrte. So musste er einen Umweg nehmen und kam so durch ein ganz anderes Tor in die Stadt. Einige Leute haben davon Wind bekommen und liefen dann schnell zu dem anderen Tor. Aber die Meisten blieben stehen und warteten immer noch auf den König. So konnte der Müller auf den Rosen des Königs in die Stadt einziehen.
Wir lesen in der Bibel von einer ähnlichen Begebenheit. Das Volk vor Jerusalem warte auf Jesus, damit er in die Stadt einziehen konnte. Alle jubelten ihm zu. Die ganze Menge war aufgebracht. Und dann ritt Jesus auf einem Esel in Jerusalem ein. Wir lesen in Lk 19,37-38:
Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!
Die Menge jubelte ihm zu. Die Jünger waren außer sich vor Freude. Sie feierten Jesus, ihren König.
Aber wie geht die Geschichte weiter? Etwas später lesen wir, dass Jesus kurz darauf über die Stadt Jerusalem weinte. Er sagte: Lk 19,42:
Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen.
An diesem Tag denken wir daran, wie Jesus in Jerusalem eingezogen ist. Und wir wissen alle, das das Volk wenig später Jesus ans Kreuz gebracht hat. Jesus hatte damals schon erkannt, dass das Volk blind war. Es hat nicht erkannt worum es wirklich geht.
Die Bewohner von Halle haben alle auf den König gewartet. Aber nur wenige haben wirklich mitbekommen, dass der König durch ein anderes Tor in die Stadt gezogen ist. Darum waren sie so verwundert, als ein Müller und sein Esel auf den Rosen in die Stadt einzogen.
Damals zurzeit Jesu haben die Leute auch auf einen König gewartet. Aber dieser sah ganz anders aus als sie sich ihn vorgestellt haben. Und deshalb haben sie ihn auch kurze Zeit später ans Kreuz genagelt. Sein eigenes Volk nahm ihn nicht auf. Wir lesen in Joh 1,10-11:
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Wie stellst du dir Jesus vor? Was soll er für dich sein? Ein König? Ein Retter? Ein Helfer nur in der Not? Einer, der dich mit Gutem versorgt? Was ist deine Vorstellung von Jesus? Oder kann Jesus auch der Herr in deinem Leben sein? Das was er eigentlich in deinem Leben sein will?