Warum nicht auch Frauen?
Seit kurzem liegen 2 neue Bücher auf meinem Nachttisch. Eins von Loren Cunningham und David Hamilton, und das Andere von John Ortberg. In beiden geht es um die Frau als Leiterin. “Why not women” bereitet mir da die größeren schwierigkeiten, weil es derzeit nur in englisch
erhältlich ist. Wer sich aber mal vorab einen kleinen Einblick in den Aussagen des Buches machen möchte, kann das in einer deutschen Zusammenfassung nachlesen. John Ortberg gibt in “Die Frau schweige” einen Beitrag zur aktuellen Diskussion. Dieses Büchlein ist schnell durch gelesen und sehr verständlich geschrieben. Absolute Aussagen wird man hier aber vermissen und viele Themen werden auch nur ganz kurz angeschnitten. Diese und andere Bücher helfen mir gerade eine Meinung zu dem Thema “Frauen in der Leitung und Lehre” zu bilden. Für Tips zu weiterer Literatur bin ich sehr dankbar.


Jürgen sagt
am 5. November 2007 @ 11:27
Bei den Büchern von WillowCreek kann ich dir jetzt schon sagen, dass sie kein Problem haben mit Frauen als Leiterinnen und Lehrerinnen/Predigerinnen in der Gemeinde. Schade.
Eine gute Abhandlung zu dem Thema findest du in “Evangelikales Schriftverständnis” von Helge Stadelmann. Der Aufsatz von Jacob Thiessen, Leiter der STH Basel ist auch zu empfehlen. Kannst du dir auf der Seite vom Bibelbund.de (unter Verzeichnis) runterladen. Ansonsten gibt es viele gute Bücher leider nur auf Englisch. Falls dich da ein interessiert: Evangelical Feminism & Biblical Truth von Wayne Grudem. Der Dollarkurs steht günstig, hab mir den dicken Schinken jetzt bestellt für umgerecht 7€.
Benni Wolf sagt
am 13. November 2007 @ 11:05
Hm, ich habe doch nur ein Buch von John Ortberg erwähnt. Der ist schon etwas länger nicht mehr bei Willow Creek. Ausserdem finde ich es SCHADE, dass manche davon ausgehen, jeder muss meine Meinung vertreten.
Den Aufsatz von Jacob Thiessen habe ich mir durchgelesen. Ich bin nicht davon überzeugt, was er schreibt. Vor allem nicht, weil er schreibt, das ein Christ so denken muss wie er.
Jürgen sagt
am 14. November 2007 @ 16:57
Ich gehe nicht davon aus, dass jeder meine Meinung vertreten muss. Aber ich gehe davon aus, dass in dieser Frage nur eine richtige Antwort gibt. Und wenn ich an dieser Stelle die Bibel richtig verstehe, dann ist der Lehrdienst in der Gemeindeversammlung dem Mann vorbehalten. Ist jemand anderer Meinung höre ich mir gerne seine Argumente an (alle bisherige Pro-Argumente waren jedoch ziemlich schwach), werde meine Meinung hinterfragen und ggf. korrigieren. Da es aber nur richtig oder falsch gibt, liege entweder ich richtig oder mein gegenüber. Will ich also nicht sündigen muss ich oder mein gegenüber seine Meinung ändern. Wenn Jakob Thiessen der Überzeugung ist, dass seine Meinung biblisch die richtige ist, dann hat er auch das gute Recht zu sagen, dass ein Christ so denken muss. Ich hätte vielleicht diplomatischer gesagt sollte, aber es läuft auf das gleiche hinaus.
Ich finde heute viel zu viele Theologen die sich nicht festlegen wollen und zig theologische “Wahrheiten” nebeneinander stehen lassen wollen. Nur leider erhebt die Bibel einen Wahrheitsanspruch und fordert uns auf für die reine Lehre zu kämpfen. Wahrheit an sich ist schon Singular. Warum soll ich also nicht meine Meinung vertreten und behaupten die anderen liegen falsch? Du würdest einen der behauptet 2+2 = 3 auch korrigieren?
Benni Wolf sagt
am 14. November 2007 @ 18:18
Wenn jemand die Überzeugung hat, dass Frauen lehren dürfen, ist er dann kein Christ?
Kann Gott sündigen? Er hat doch Frauen in Leitungspositionen gestellt. Also hat er da falsch gehandelt.
Warum schreiben Frauen Bibeltexte, die dann auch Männer belehren?
Jürgen sagt
am 14. November 2007 @ 19:34
Zu 1: Ich habe nicht behauptet, dass diese Leute dann keine Christen sind.
Zu 2: Gott sündigt nicht. Mir ist keine Bibelstelle bekannt wo eine Frau eine Gemeinde geleitet hat.
Zu 3: Das Frauen grundsätzlich lehren steht gar nicht zur Debatte. In Titus werden sie sogar dazu aufgefordert.
Es geht um die Frage ob die Lehre in der Gemeindeversammlung (nicht Hauskreis, oder außergemeindliche Veranstaltung) den Männern vorbehalten ist?
Jürgen sagt
am 14. November 2007 @ 21:02
Um in dieser Frage zu einer begründeten Meinung zu kommen, sollte man sich exegetisch mit 1Tim 2; 1Kor 11 und anderen Stellen auseinandersetzen. Eine Auseinandersetzung mit dem Bibeltext ist also notwendig.
Eduard Neufeld sagt
am 19. November 2007 @ 23:54
Das Buch “Ester” und das Buch “Rut”, sind nach der Hauptperson benannt, ohne Hinweis darauf, dass sie die Bücher selber geschrieben haben.
Welche Bibelstellen haben Frauen geschrieben?
Wieviel Frauenquote verträgt die Gemeinde? « context 21 sagt
am 23. November 2007 @ 16:43
[...] PS: Diese Gedanken sind ein Beitrag zur Diskussion bei Benni Wolf [...]
Andrey Richert sagt
am 27. November 2007 @ 12:26
Hallo Benny,
eine weitere Empfehlung zum Thema ist: “Gemeinschaft. Gottes Vison für die Gemeinde”, von Gilbert Bilezikian
Manuel Nickel sagt
am 28. November 2007 @ 17:11
Hallo Benny,
ich habe auch noch eine Empfehlung, eine Predigt zum Thema:
http://www.christus-treff.org/rss2/index.php?id=181
@Jürgen: Mir ist nicht bekannt, dass in der Bibel die Gaben nach Männer und Frauen unterschieden werden. Was ist also, wenn eine Frau die Gabe der Leitung besitzt?
Jürgen sagt
am 30. November 2007 @ 13:43
Dann soll sie diese Gabe auch ausüben, in dem Rahmen, den die Bibel steckt.
Dirk sagt
am 3. Dezember 2007 @ 15:01
Hi!
Ich weiß, dass Eigenlob und im Gleichklang “Eigenwerbung” stinken… und trotzdem mal eine Verlinkung auf meinen Blog.
Warum?
Weil mich das Thema “Frauen und Gemeindeleitung” enorm beschäftigt hat, ich längere Zeit meinte, dass es biblisch nicht vertretbar sei, dass Frauen solche Leitungsaufgaben wahrnehmen dürfen, ich aber nach einem m.E. genaueren Blick auf die wesentlichen Stellen meine, dass Frauen durchaus Leitungsaufgaben wahrnehmen dürfen.
Der Link:
http://dikosss.wordpress.com/category/systematisches/gemeinde-frauen/
Nur als Stichwort:
Ich habe den Eindruck, dass die relevanten Bibelstellen mitunter gar nicht das Thema “Leiten” behandeln, dies aber von den “Pro-Männer”-Auslegern so hineingelesen wird.